How to Switch Poles

How to switch the poles –  a practical training

Ein Online-Workshop von Tahir Della, Initiative Schwarze Menschen in Deutschland, and Lucía Muriel, MEPa e.V.

Wichtig ist an dieser Stelle zu betonen: Eine Aufarbeitung rassistischer, kolonialer Strukturen muss als Prozess stattfinden und kann nicht an einem Punkt X als abgeschlossen betrachtet werden. Dies ist daher nur eine kleine Handreichung. 

Schritt 1 – Verständnis der kolonialen Gegenwart: Die kolonialistischen Machtverhältnisse, die seit 500 Jahren existieren, wurden zu keinem Zeitpunkt beendet. 

Nach der Definition: Kolonialismus = territoriale Eroberung + Kolonisierung des Geistes + Globalisierung eines einzigen ökonomischen (Gesellschafts-)Systems + Etablierung eines dominanten Wissenssystem 

Schritt 2: Auseinandersetzung mit der postkolonialen Perspektive

Perspektiven: 

  • Aktivismus + Wissenschaft
  • Globaler Süden + globaler Norden 
  • Fokus: Machtverhältnisse

Autor*innen, die zu empfehlen sind: 

Frantz Fanon, Stuart Hall, Gayatri Chakravorty Spivak, Dipesh Chakrabarty, Toni Morrison, Richard Dyer, Grada Kilomba, Anibal Quijano, Edward Said, bell hooks, Ania Loomba, Audre Lord, Valentine Mudimbe, Achille Mbembe, Chandra Talpade Mohanty, Enrique Dussel

Schritt 3: Auseinandersetzung mit der Frage – was ist Rassismus? 

Nach Definition: Rassismus = … 

  •  rassifizierte Gruppen + Hierarchisierung + gesellschaftliche Macht & Privilegien 
  • historisch gewachsen
  • gesellschaftliche Struktur
  • nicht zwingend intentional
  • nicht umkehrbar

Daraus leiten sich Fragen als Werkzeuge ab, um im Krankenhausalltag Spuren, Traditionen aus der Kolonialzeit zu erkennen: 

  • Was wird als Norm empfunden?
  • Wer spricht? 
  • Wer ist Objekt, wer Subjekt?

Also: Wo begegnen Ihnen in den Arbeits- oder Schulkontexten Spuren, Traditionen aus der Kolonialzeit?

Beispiele aus dem Workshop: 

  • Sprache: Deutsch, aber auch, wenn es um Englisch, mehr wird aber nicht akzeptiert -> immer europäische Sprachen 
  • Weiße Perspektive immer Norm
    • Weiße Doktorand*innen werden ohne große Vorbereitung in Länder des globalen Süden geschickt, anders herum müssen sich Doktorand*innen aufwändig Qualifikation 
    • Labordiagnostische Normwerte
    • Morbus mediterraneus
  • Wissenschaft 
    • Fachjournals, Editorials
    • Autor*innen 
    • Teilnahme an Konferenzen
    • Verteilung von Ressourcen für Erforschung

Fragen für die weitere Arbeit: Wie steht es um das Selbstverständnis, sich in der medizinischen beruflichen Praxis verantwortungsvoll mit der kolonialen Praxis sich auseinanderzusetzen? / Ansätze dieser Auseinandersetzung? Was müsste besprochen werden?